England und ich

Reisen Juli 26, 2008

Gespeichert unter: Abenteuer — ambril @ 12:33

Ich fühl mich ja fast schlecht. Letztes Mal hab ich im März was geschrieben. Und ist Juli fast vorbei.

Und in eben diesem Moment, wo ich mir denk, ich muss grad alles nachholen, fällt mir auf, dass ich ja eigentlich recht müde bin und gar nicht schreiben mag. Ich bin ja so böse …

Ich kann ja schon mal kurz zusammenfassen: Lincoln, London, Nottingham, Cambridge (übrigens sooooooooo viel toller als Oxford), Schottland (LIEBE!!!), Edinburgh, Newcastle, York, Dublin, Peak District … Das ist ja schon irgendwie einiges … trotzdem könnte es so viel mehr sein. Auf der To-Do-Liste stehen noch Brighton, Birmingham (wie irgendwo erwähnt), Leeds, eventuell nochmal Peak District, Lincoln zum Feiern, Cornwall, London nochmal für paar Tage, Liverpool und London. Wow, die Liste ist fast länger und ich hab nur noch sechs Wochen.

 

Andere Richtung Juli 26, 2008

Gespeichert unter: Vorbereitung — ambril @ 12:28

So. Ganz offensichtlich sind die Vorbereitungen für meinen Aufenthalt in England gelaufen. Ich bin ja schließlich da.

So langsam geht’s aber los, in die andere Richtung zu planen. Ich muss ja auch wieder zurück. Und mit mir mein ganzes Zeug. Und bevor ich jetzt den Kopf schüttel und denk, das krieg ich nie im Leben alles nach Deutschland, fallen mir die zwei vor mir liegenden geplanten Shoppingtouren ein. Ach herrje, sag ich nur.

Ich werd auf jeden Fall ein Paket nach Hause schicken. Von England aus is das aber einfach nur ridiculously teuer. Aber da muss ich wohl durch. Das werden mal mindestens … 15 Kilo. Und 30 werd ich mit ins Flugzeug nehmen können. Scheiße, das muss einfach reichen. Wobei ich ja ganz heimlich schon Bennis halben Koffer für meinen Kram verplant hab. Das muss er aber jetzt noch nicht wissen :D

Aaaaach, und wo ich vom Shopping sprech … am Sonntag startet der erste große Marathon. Birmingham! Es ist ja fast peinlich, dass ich da bisher noch net war. Liegt ja quasi um die Ecke. Aber ich freu mich richtig aufs Einkaufen. Das schlechte Gewissen, dass ich viel zu viel gekauft hab, kann ich mir für später aufheben. Die Gedanken muss ich mir jetzt noch net machen. Da macht Shopping ja auch keinen Spaß: „Oh, schöner Pulli. Mist, der wiegt 3 kg.“

 

N bisschen Arbeit Juli 26, 2008

Gespeichert unter: Praktikum — ambril @ 12:20

Haha, ich hab mir grad nochmal durchgelesen, was ich so nach einer Woche geschrieben hab. Wie sich die Zeiten doch ändern.

Also, den Übersetzungskram mach ich immernoch. Manchmal. Telefonieren auch. Aber mittlerweile steck ich voll drin in der Finanzabteilung. Und ich muss sagen, das is so ziemlich das geilste, was passieren konnte. Anders als die anderen Praktikanten hab ich meinen Stammschreibtisch und sitz ständig im selben Büro und arbeite mit zwei Festangestellten zusammen, Carlos und Patrick. Ich mag die zwei. Unser Büro is echt das coolste und abgesehen vom Stress hab ich Riesenspaß mit den beiden. Äh … Stress durch Arbeit meinte ich.

Der Spaß kommt durch doofes Herumalbern. Ich glaub, wir sind so das einzige Büro, in dem ständig Smalltalk gehalten wird. Über die wirrsten Sachen. Und meistens übers Essen. Das find ich das Allerfaszinierendste überhaupt. Egal, wo ich hinfahr an meinen Wochenenden, krieg ich immer die Empfehlung „Oh, da musst du unbedingt das und das essen!“ Das konnten die bisher zu jeder Stadt behaupten. Sogar Dublin. Sehr toll.

Und auch sonst … die ganze Zusammenarbeit. Es macht echt so viel Spaß. Komplett unabhängig vom Job selbst. Ich glaub, ich könnt da Erbsen zählen, und hätte genauso viel Spaß. Gott, werd ich das Büro vermissen.

 

Ostern Juli 26, 2008

Gespeichert unter: Abenteuer — ambril @ 12:07

Ja ja, ist auch schon ne Weile her. Aber ihr dürft trotzdem was drüber erfahren.

An Ostern bin ich nämlich mit Alicea erst nach Cardiff und dann nach Oxford gefahren. Meine erste größere Reise hier. Vorher war ich ja noch nicht wirklich irgendwo.

Also, am Karfreitag ging’s elendig früh nach Cardiff. Und ich fand’s toll. Cardiff ist echt wunderschön. An unserem ersten Tag da sind wir zum Bay und haben uns dort ein bisschen die Zeit vertrieben. In Cardiff versuchen sie, das Hafenviertel als neues Künstlerviertel aufzuziehen. Es gibt schon etliche schicke und sehr stylishe Cafés und einige Ausstellungshäuser. Und sehr extravagante Architektur. Das fand ich eigentlich am coolsten. Natürlich ist Cardiff eine alte Stadt und hat entsprechend tolle Altbauten. Und daneben sieht man dann total moderne, seltsam geformte Häuser.

Das ist zwar nicht am Bay, aber trotzdem mein absolutes Lieblingsfoto, einfach weil der Kontrast so geil ist. Cardiff Castle and Millennium Stadium

Vom Bay aus haben wir den Waterbus ins Stadtzentrum genommen. Ganz großes Kino. Ich mag Bootfahren :) Im Stadtzentrum waren wir auf dem Central Market – überdachter Bazar eigentlich. Da gab’s alles. Fleisch, Obst, Haustiere, Werkzeug …

Ok, ich spring mal schnell vorwärts. Am Samstag haben wir die Schlossführung mitgemacht. Auch sehr schick. Alles irgendwie mittelalterlich. Allerdings so wie sich das zwei Kerle im 18. oder 19. Jahrhundert vorgestellt haben. Und die haben so viel Phantasie in das Schloss gesteckt. Also, das kann ich nur empfehlen. Geht nach Cardiff und schaut das Schloss an.

Zu Oxford ganz kurz … es war beeindruckend. Aber halt sehr … ich weiß auch nicht. Altehrwürdig. Nicht beeindruckend wie „hat mich umgehauen“. Sondern eher „jaaa … viele alte Gebäude“. Bitte nicht falsch verstehen. Die Stadt ist schön und toll zum Rumlaufen und einen Tag lang spazieren gehen. Aber es hatte echt gar keinen … keine Ahnung. Hat sich nicht nach Studentenstadt angefühlt. Die ganze Atmosphäre war ziemlich snobistisch. Schreibt sich das so? Ich mein das aber keinesfalls negativ. Keine Ahnung, wie ich es meine. Es war ein seltsames Erlebnis.

Das Highlight in Oxford war die eine Infotafel von so nem Park. Zu dem einen College gehört wohl ein recht bekannter Deer Park. Und weil die Viecher da auch so toll sind, wurde zu Kriegszeiten Folgendes beschlossen: Also … als während des Krieges (ich weiß gar nicht mehr welcher … WWII wahrscheinlich) das Essen und vor allem das Fleisch knapp wurde, hatten die Spießer vom College Angst um ihre deers … äh … Rehe? Und damit der Pöbel net anfängt, die guten Tiere zu jagen, wurde sie offiziell als Gemüse klassifiziert. Ganz richtig. Die Rehe in diesem Park in Oxford sind Gemüse :) . Ich persönlich find’s n bisschen für’n Arsch. Denn wenn Fleisch knapp wird, greift man doch zu Gemüse, oder? Naja. Besonders interessant war die Tatsache, dass da nirgends stand, wann diese komische Klassifizierung aufgehoben wurde. Das gilt wahrscheinlich immernoch. Herrlich!

 

Der Morgen danach März 25, 2008

Gespeichert unter: Abenteuer — ambril @ 8:46

Ja, irgendwann sind wir die Nachbarn losgeworden und konnten weiterschlafen. Der nächtliche Überfall sollte aber nicht das komplette Übel gewesen sein.

Sonntag Morgen, wir sind fit und wollen einkaufen gehen … Aliceas Schuhe sind weg. Also echt weg. In keinem Zimmer, hinter keinem Schrank. Einzig logische Erklärung: Die Bastarde haben die Schuhe letzte Nacht mitgehen lassen. Klopfen und Klingeln hat zu diesem Zeitpunkt dann aber nichts gebracht, weil die Säufer ja noch völlig verkatert im Bett lagen.

Das Beste kam dann aber – am Nachmittag ist Alicea rüber und freundlich gefragt, ob ihre Schuhe zufällig bei unseren Nachbarn wären. Der Kerl an der Tür wusste von keinen Schuhen, „but we have a coat and a hat“. Glaubt man das??? Das haben wir nicht mal gemerkt! Die haben meine Jacke geklaut! Aus Spaß!!! Sind die denn bescheuert? Von dieser Tour hat Alicea insgesamt also meine Jacke, Olas Mütze und einen Schuh wiedergebracht. Ein paar Stunden später war sie nochmal drüben und brachte ein Stuhlbein (ja, ein Stuhlbein) zurück. Ist das nicht herrlich?

Ihren zweiten Schuh hat sie nach drei Tagen wiederbekommen. Er lag in irgendeinem Schrank. Mein Gott, waren die besoffen.

 

Hallo Nachbarn! März 25, 2008

Gespeichert unter: Abenteuer — ambril @ 8:40

Die erste unheimliche Begegnung mit unseren Nachbarn hatte ich an meinem ersten Wochenende hier. Wir waren irgendwie nicht in Ausgehlaune und vergleichsweise früh im Bett.

Die Nachbarn hatten offensichtlich mehr Spaß, waren in der „Stadt“ was trinken und dachten nachts um drei, sie müssten ihre Freude mit uns teilen. Die haben echt die ganze Straße zusammengeschrien und wie blöde an die Tür geklopft. Und mein Zimmer ist da ja direkt daneben. Da mich keiner kannte und Olas Fenster über meinem Zimmer auf war, haben unsere neuen Lieblingsfeinde ne gute halbe Stunde nach ihr gerufen. Irgendwann kamen sie auf die glorreiche Idee, irgendwas ins Fenster zu schmeißen, um Aufmerksamkeit zu erwecken – als ob sie vorher keiner bemerkt hätte!

Jetzt ratet aber, was Männer in ihrem Haushalt finden und in fremde Fenster schmeißen? BROT! So ne Packung Toastbrot (echtes Brot gibt’s hier ja nicht). Echt unglaublich. Naja, ihr Ziel haben sie damit ja erreicht. Ola kam runter und hat die Tür geöffnet. Allerdings hat sie die besoffenen Kerle nicht reingelassen, sondern erst mal ordentlich runtergeputzt und nach Hause geschickt.

Ich glaube, so ganz kurz hatten sie’s verstanden. Aber echt nur kurz. Unsere Nachbarn sind dann zwar nach Hause gegangen. Aber nur um von der anderen Seite des Hauses übers Dach in Aliceas Fenster einzusteigen. Gott, waren die dicht! Und genau deshalb … die gute Alicea konnte nicht mit ansehen, wie sich die armen Kerle ihr Genick brechen und hat sie dann unten zur Tür reingelassen, damit sie nicht mehr  aufm Dach rumturnen.

Gott, ey. Und die sind nicht einfach reingekommen und haben freundlich Konversation betrieben. Die haben das Haus erobert! Sind in Zimmer gestürmt, haben Türen aufgerissen … Es hat vielleicht wieder ne halbe Stunde gedauert, bis wir sie aus dem Haus hatten.

Wenn das mal kein nettes erstes Aufeinandertreffen war! Der eine Typ meinte sogar, mich auf Deutsch mitten in der Nacht begrüßen zu müssen: „Bonjour!“

 

Rundumschlag März 25, 2008

Gespeichert unter: Abenteuer, Praktikum — ambril @ 8:28

Oh wei, man könnte ja fast meinen, ich sei zu faul zum Berichten. Ich behaupte, ich bin einfach extrem vielbeschäftigt :)

ABER das wird jetzt alles nachgeholt. Ich versuch’s auch chronologisch und halbwegs sinnvoll.

 

Die erste Woche März 8, 2008

Gespeichert unter: Praktikum — ambril @ 12:54

Eine ganze Woche habe ich jetzt schon hinter mir und war auch täglich fleißig arbeiten.

Das Büro ist echt ganz cool. Nettes, kleines Häuschen – im Prinzip auch nicht anders als ein Wohnhaus – mit etlichen Mitarbeitern. Es mag vielleicht ein bisschen chaotisch aussehen, weil echt alle Räume bis zum Platzen vollgestopft sind, aber unorganisiert ist das Ganze trotzdem nicht. Ich find’s toll :)

Die Arbeit ist bis jetzt auch spannend. Klar nach ner Woche. Ich muss E-Mails in beide Richtungen übersetzen (deutsche Anfragen für unsere Berater und deren englische Antworten für die deutschen Kunden z.B.). Und wenn jemand auf Deutsch anruft, dann helfe ich auch aus. Hab mich gestern mit einer etwas angepissten Österreicherin rumgeschlagen.

Außerdem werde ich in die ganzen Finanzprozesse eingeführt bzw. steck schon mittendrin. Das ist ziemlich cool. Sowas hab ich zwar noch nie gemacht. Aber es ist so interessant zu sehen, wie eine Firma mit Kunden weltweit funktioniert und wie sie sich selbst organisiert. Ach, bis jetzt ist einfach alles toll. Ich hab ja auch täglich was Neues gelernt und bin komplett überwältigt.

Die Leute sind auch extrem toll. Alle superlieb und gar nicht viel älter. Das find ich sehr krass. Die Firma ist ja schon sehr etabliert in ihrem Bereich und hat trotzdem eine sehr junge Belegschaft. Abgesehen vom Chef, sind alle höchstens 30. Und aus etlichen verschiedenen Ländern sind Praktikanten da, die ähnliches Zeug wie ich machen. Die Atmosphäre ist auf jeden Fall sehr gemütlich, zum Wohlfühlen halt. Wir bekommen alle vermittelt, dass wir net nur Praktikantenarbeit machen und trotzdem ist alles entspannt. Ein echter Glücksgriff, würde ich sagen.

Zum Abschluss der Woche waren wir gestern auch noch im Pub :) . Sehr cool. Ich hoffe, das ist so ne Tradition und keine einmalige Sache.

 

Finally there! März 2, 2008

Gespeichert unter: Abenteuer — ambril @ 8:23

So, endlich bin ich angekommen. Der Flug war zum Glück nicht so turbulent, wie man es bei der Abfahrt zu Hause hätte erwarten können. Samstag morgen hat’s ja geschüttet wie blöd. So ein bisschen hab ich mir da schon Sorgen gemacht.

In Frankfurt selbst war’s dann aber schon besser. Die Sonne schien und alles … nur der Wind war noch ziemlich heftig. Da es aber auch da die ganze Nacht über gestürmt hatte, gab es einige Verspätungen. Für meinen Flug jedoch offiziell nicht. Im Endeffekt bin ich dann aber ne dreiviertel Stunde später geflogen, weil die Schleppstange von dem Fahrzeug, das das Flugzeug zur Startbahn schleppen sollte, gebrochen ist.

Und als wir dann endlich in der Luft waren, meinte der Pilot, dass uns die 300km/h Gegenwind ein bisschen ausbremsten. Aber sonst war alles fein :) Auf dem Bild fliegen wir grad über die englische Küste. Danach war’s dann nur noch eine halbe Stunde bis nach Birmingham.

Küste

Der Bahnhof liegt nicht direkt beim Flughafen. Also eigentlich schon, aber man steigt halt nicht direkt im Terminal in den Zug. Eine Schwebebahn ist die Verbindung zwischen Flughafen und Bahnhof.

Obwohl ich keine Ahnung hatte, wo ich hin sollte, verlief die Zugfahrt eigentlich relativ problemfrei. Am Ticketschalter bekommt man nämlich tatsächlich nur ein Ticket und keinen Plan mit Umstiegszeiten und -bahnhöfen, wie das die Bahn ausnahmsweise ganz gut macht. Die freundliche Dame am Schalter erklärte mir nur, dass ich jetzt erstmal zu Gleis 3 musste und sagte, wo ich umsteigen sollte. Aber wohin dann? Ich musste zweimal umsteigen und habe einfach an jedem Bahnhof aufs Neue gefragt.

Und dann war ich da! Noch zwei Stationen mit dem Bus und tada! Sehr cool. Das Haus ist toll. Die Mädels sind supercool. Total lieb und „talkative“, wie sie sagen. Sehr hilfreich, wenn man absolut nicht weiß, was man sagen soll :) Ich freu mich schon voll auf die nächsten Monate mit ihnen.

 

Letzter Abend Februar 29, 2008

Gespeichert unter: Vorbereitung — ambril @ 7:42

Endlich ist es soweit! Naja, viel gibt’s nicht zu sagen … Hab „alles“ gepackt – mal ehrlich, 20 kg sind voll fürn Arsch. Das is ja nix. Ich hab genau drei T-Shirts im Koffer und fertig. Da müsste es doch für Leute, die länger als drei Wochen verreisen, ne Sonderregelung geben.

Aber da es die nicht gibt, wird mein halber Kleiderschrank in zwei Umzugskisten per Post geschickt. Und wehe das Paket geht verloren! Ich glaub, dann muss ich ausrasten.